Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Bedeutung von Alter(n) und Autonomiechancen in Sachsen-Anhalt

Definition von Autonomie und aktives Alter(n) 

In Anbetracht der verbesserten gesundheitlichen Situation älterer Menschen und der demografischen Entwicklung der nächsten Jahrzehnte hat sich die europäische Politik verstärkt für das Ziel gesetzt, bestimmte Voraussetzungen zu schaffen, die eine aktive und autonome Lebensführung im Alter ermöglicht. Wegweisend bei der Ausrichtung politischer Zielsetzungen sind konkrete Begriffsbestimmungen, die verdeutlichen, was genau mit „aktiver und autonomer Lebensführung“ gemeint ist (vgl. Aner & Karl 2010). Die Weltgesundheitsorganisation WHO bietet politischen Akteuren sowohl auf Landes- als auch auf internationaler Ebene ein begriffliches Werkzeug, an welchen sich bestimmte Entscheidungen und Handlungsstrategien anlegen lassen. Für die WHO ist der Ausgangspunkt für aktives Altern die „Optimierung der Möglichkeiten von Menschen, im zunehmenden Alter ihre Gesundheit zu wahren, am Leben ihrer sozialen Umgebung teilzunehmen und ihre persönliche Sicherheit zu gewährleisten, und derart ihre Lebensqualität zu verbessern.“ (WHO 2002, S. 12). Durch „[…] die Fähigkeit, die für das Alltagsleben notwendigen persönlichen Entscheidungen zu treffen, sie zu kontrollieren und mit ihnen umzugehen, und zwar im Rahmen der persönlichen Bedürfnisse und Präferenzen […]“ sind laut der Definition der WHO alle Voraussetzungen für ein aktives und autonomes Leben im Alter gesichert (ebd., S.13). 

Während sich die Politik für die Schaffung der Voraussetzungen von Autonomie im Alter einsetzt und dies als Aufgabe an die Wissenschaften um das Alter überträgt, tritt die Perspektive der älteren Bürger*innen zumeist in den Hintergrund. Um aber ein ganzheitliches Verständnis von Leben im Alter und der Bedeutung von Autonomie in der Lebensführung eines älteren Menschen zu entwickeln, ist der Einbezug der Lebensweltperspektive unumgänglich (Rössler 2017; Zander 2015).

Empfehlungen zum Thema Autonomie im Alter:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2014): Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen. Berlin.
Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V., Arbeitsgruppe gesundheitsziele.de (Hrsg.): Das nationale Gesundheitsziel "Gesund älter werden"

 

  • Aner, Kirsten; Karl, Ute (2010): Handbuch Soziale Arbeit und Alter. VS: Wiesbaden.
  • Rössler, Beate (2017): Autonomie Ein Versuch über das gelungene Leben. Suhrkamp: Berlin.
  • Welsh, Caroline, Ostgathe, Christoph, Bielefeldt, Heiner, Frewer, Andreas (Hrsg.) (2017): Autonomie und Menschenrechte am Lebensende. Theoretische Grundlagen und Reflexionen aus der Praxis. Transcript: Bielefeld.
  • Zander, Michael (2015): Autonomie bei (ambulantem) Pflegebedarf im Alter Eine psychologische Untersuchung. Huber: Mannheim.

 

Letzte Änderung: 20.10.2017 - Ansprechpartner: Julia Piel
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Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie (ISMG)
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Tel.: (0) 391 61-24322
E-Mail: astrid.eich-krohm@med.ovgu.de
 
 
 
 
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